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Textprobe ausDICKE LUFT IN HALBUNDHALBSchulanfang in HalbundhalbUnser Dorf Halbundhalb war sehr klein und alle wußten vom anderen den Namen. Auf der einen Seite des Dorfplatzes wohnten zum Beispiel die Gähnlings, die Murmels und die Schnarchpfeifers und gegenüber hatten die Hahnenschreis, die Wachsams und die Pünktlichs ihre Häuser. Ich wohnte auf der einen Seite, meine Eltern führten das Gasthaus "Zur weißen Wolke", und ich konnte von meinem Fenster aus das Zimmerfenster meiner Freundin Juliane Frischauf sehen. Ihre Eltern hatten darunter einen Blumenladen: "Mit den frischesten Blumen des ganzen Dorfes", wie sie immer sagten. Der Blumenladen Frischauf war der einzige Blumenladen, so wie unser Gasthaus "Zur weißen Wolke" das einzige Gasthaus war. Wie gesagt, Halbundhalb war ein sehr kleines Dorf, durch das sich ganz selten mal ein fremdes Fahrzeug verirrte. Aber obwohl Halbundhalb ein kleines Dorf war und wir längst die Namen voneinander wußten, dauerte es ziemlich lange, bis Juliane und ich Freunde wurden. Da wir beide fast gleich alt waren - Juliane war nur zwei Tage älter als ich - besuchten wir gemeinsam die erste Klasse unserer Schule. Die Schule lag außerhalb unseres Dorfes Halbundhalb und war auch ziemlich genau gleich weit von vier anderen Dörfern entfernt. Alle Kinder aus unserem Dorf Halbundhalb und den anderen vier Dörfern mußten jeden Tag ein ganzes Stück laufen, um die Schule zu erreichen. Morgens fand ich den Weg immer viel zu lang, aber nach der Schule ließ es sich auf ihm ganz gemütlich nach Hause spazieren. Sehr selten, daß ein Auto mich zur Vorsicht zwang, und vor der Dunkelheit hatte ich keine Angst. Juliane war da anders. Sie war immer eine der ersten in der Schule und lief auch immer als erste aus der Schule hinaus, um zum Mittagessen pünktlich zu Hause zu sein. Eine ganze Weile gingen Juliane und ich also jeder für sich zur Schule. Man hätte denken können, wir kämen aus zwei verschiedenen Dörfern. Ich erinnere mich noch sehr gut an unseren ersten Schultag. Unsere Lehrerin Frau Köstlich fragte alle Kinder nach ihrem Namen und wo sie wohnten. "Ich heiße Juliane Frischauf und komme aus Halbundhalb.", sagte Juliane. "Von der Morgenseite oder von
der Abendseite?" fragte die Lehrerin nach. "Na, ich glaube, ich brauche dich gar nicht fragen, auf welcher Seite des Dorfplatzes euer Gasthaus steht - auf der Abendseite, stimmt's?" "Stimmt!" sagte ich, und wunderte mich, wie die Lehrerin das erraten hatte. Am ersten Schultag waren wir nur ganz kurz in der Schule, um ein Bild zu malen und ein Spiel zu spielen, was mir beides viel Spaß machte. Draußen warteten unsere Eltern mit den Schultüten. Meine Eltern fand ich sofort wieder. Sie saßen etwas abseits und hatten die Augen zu. Obwohl sie sehr müde waren, hatten sie es sich nicht nehmen lassen, mich am ersten Schultag zu begleiten. Daß mein Papa statt einer Jacke den Bademantel übergezogen hatte und Mamas Füße in Hausschuhen steckten, störte mich nicht. Nur die anderen Leute kuckten so komisch. Die Rezensionen und Meinungen zu diesem Buch finden Sie auf der Webseite des Autors unter http://home.arcor.de/karger/uk-rhaha.htm |
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